cross-posted from: https://piefed.social/c/Frankfurt@feddit.org/p/2286266/warum-jetzt-auch-backerei-ketten-von-finanzinvestoren-ubernommen-werden-backer-eifler

Nach Arztpraxen und Kliniken gerät eine neue Branche in den Fokus von Finanzinvestoren: das Handwerk. Gerade ist eine familiengeführte Bäckereikette [Bäcker Eifler] aus Frankfurt von einer Private-Equity-Firma übernommen worden. Von Bianca von der Au.

  • Zwuzelmaus@feddit.org
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    5 days ago

    werden dadurch die fürs Handwerk typischen kleinbetrieblichen Strukturen zerstört. Diese trügen wesentlich zur hohen Ausbildungsleistung und Ausbildungsqualität im Handwerk bei.Auch mit Blick auf die Versorgung im ländlichen Raum haben handwerkliche Kleinbetriebe eine wichtige Funktion

    Wir als Kunden müssen wieder anfangen, uns das hinter die Ohren zu schreiben!

    Finanzinvestoren haben aber auch ein Interesse daran, dass die Brötchen weiter gekauft werden. Sowohl über den Geschmack als auch den Preis entscheiden das am Ende die Kunden.

    …nicht nur das. Wir entscheiden beides mit unserem Geldbeutel (bzw. unserem Apple Pay)

    • N3UR0N@discuss.tchncs.de
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      5 days ago

      Letzten Endes klappt aber auch nur, wenn der Verbraucher die Wahl hat. Im Raum Frankfurt mag das durch Konkurrenz noch gegeben sein, aber den Luxus hat nicht jede kleine Ortschaft.

    • kossa@feddit.org
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      5 days ago

      Systemische Probleme sind nicht mit individuellen Lösungen aus der Welt zu schaffen.

      Alles, was unser Leben in der Gesellschaft besser gemacht hat, ist kollektive Leistung.

      Sozialstaat, Krankenversicherung, Gewerkschaften oder Kampf gegen saurer Regen, FCKW usw. usf. sind alle nicht durch den Appell an das Individuum entstanden oder gelöst worden.

      Was also tun, wenn das Kapital uns alles zerstört? Verantwortungsvoll konsumieren und die 1,30 gezielt beim richtigen Bäcker ausgeben 😅. Ja, ist klar.

      • gandalf_der_13te@feddit.org
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        5 days ago

        dazu kommt, dass man ja oft einfach nicht weiß, wem jetzt x bäckerei gehört. also kann man nicht mal dort einkaufen wo man damit die lokale wirtschaft unterstützt, weil man nicht sieht wo das der fall ist.

    • SapphireSphinx@feddit.org
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      5 days ago

      Wir als Kunden müssen wieder anfangen, uns das hinter die Ohren zu schreiben!

      Das muss man sich allerdings auch leisten können. Nicht jeder kann ständig massig Geld für ein Körner-Brötchen ausgeben. Dinge sind einfach so teuer geworden, dass es für viele schwierig ist nicht auf die Industrieware von Aldi auszuweichen. Abgesehen davon haben viele Bäckereichen auch keine Ehre mehr im Leib und verkaufen selbst Scheiße.

      • Zwuzelmaus@feddit.org
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        5 days ago

        Nicht jeder kann ständig 1,30 für ein Körner-Brötchen ausgeben. Dinge sind einfach so teuer geworden

        Falsch. Genau das ist nämlich die ultrakurzdenkende, falsche Einstellung, die solche Probleme verursacht und eine (vorher vielleicht noch gesunde) Wirtschaft dem dummen Kapital in den Rachen wirft 🙁

        Du selber hast die Entscheidung, wo du deine 1,30 hinträgst. Du entscheidest tatsächlich. Du entscheidest auch, ob du dich von anderen manipulieren lässt, bei deiner eigenen Entscheidung, wo du deine 1,30 hinträgst. Und du hast die Auswirkung deiner Entscheidung zu verantworten.

        • SapphireSphinx@feddit.org
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          5 days ago

          Du selber hast die Entscheidung, wo du deine 1,30 hinträgst.

          Du selbst hast Null freie Entscheidung wenn das Geld vorne und hinten nicht reicht. Du sprichst da aus einer privilegierten Perspektive.

          • Zwuzelmaus@feddit.org
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            5 days ago

            Du sprichst da aus einer privilegierten Perspektive.

            Das mag durchaus sein. Ich bin tatsächlich in der Lage, nicht nur über 1,30 sondern auch über 130 Euro frei entscheiden zu dürfen. Trotzdem würde ich mich davon nicht “reich” nennen (falls du das jetzt denkst). Ich bin aber auch fest überzeugt, dass jede 1,30 ihre Wirkung haben, und zwar immer, d.h. jedesmal, wenn sie ausgegeben werden.

            freie Entscheidung wenn das Geld vorne und hinten nicht reicht.

            Aber was ist mit dir? Bist du wirklich nicht über 1,30 frei, zu entscheiden?

            Ich behaupte, es gibt nur wenige Menschen in unserem Land, die wirklich nicht über 1,30 frei verfügen können. Aber ich fürchte, es gibt viele, die nicht glauben, solche Freiheit zu haben.

            • SapphireSphinx@feddit.org
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              5 days ago

              Ich behaupte, es gibt nur wenige Menschen in unserem Land, die wirklich nicht über 1,30 frei verfügen können.

              Das kannst Du ja mal Menschen wie denen hier erklären:

              Es gehe um Grundbedürfnisse, sagt Nadine Wittkamp von der Seniorenhilfe: “Wir leben in einem sehr reichen Land und dann finde ich, sollte niemand im Alter Sorge haben müssen, dass er seine Lebensmittel am Ende des Monats nicht mehr bezahlen kann.”

              Armut in Deutschland “Die Leute strampeln ohne Ende”

              Wir reden von Millionen für die 1,30 für ein Brötchen Luxus ist denn vor der ökologisch wertvollen Backware kommt erst einmal die neue Waschmaschine, weil die alte seit Monaten kaputt ist und für die neue fehlt das Geld.

            • TanteRegenbogen@feddit.org
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              4 days ago

              Ich lebe selber auf Grundsicherung bei Erwerbsminderung die halt dasselbe Regelsatz wie die “neue Grundsicherung/Hartz IV 2.0” hat, mit leicht kulantere Anrechnungsregeln. Wenn ich so Minijob in soziale Arbeit nicht hätte, würde es vorne und hinten nicht langen. Ich lebte zwei Jahre lang auf Hartz 4 und du hast da nicht genug Geld um gesund zu essen. Da kostete ein Kopf Eisbergsalat soviel wie eine Packung Toast. Ich musste teils mit Reis oder Nudeln auskommen, weil Geld für anderes war nicht da.

              Wenn es hart auf hart kommt, hat man nichtmal 1,30€ pro Tag für Frühstück.

        • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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          5 days ago

          Falsch. Wenn ich nur 1,30€ für das ganze Frühstück habe, kann ich sie nicht für ein einzelnes Körnerbrötchen ausgeben.

          • Zwuzelmaus@feddit.org
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            5 days ago

            Falsch. Wenn ich nur 1,30€ für das ganze Frühstück habe, kann ich sie nicht für ein einzelnes Körnerbrötchen ausgeben.

            Na, dann tu’s auch nicht. Klarer Fall.

            Aber ist das wirklich der Fall?

        • Wir sollten die Schuld an einem systematischen Versagen nicht bei Individuen suchen, sondern im System. Warum ließ sich die Bäckerei Kette überhaupt kaufen? Weil die Inhaber wirtschaftlichen Zwängen unterliegen. Warum eine das Private Equity Scheiß die überhaupt kaufen? Weil die da Gewinnpotential sahen und dieses ausschöpfen müssen, weil sie wirtschaftlichen Zwängen unterliegen. Warum kann sich jetzt nicht jeder immer leisten, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen? Wirst’e nicht glauben. Vielleicht zwingt uns ein profitorientiertes Wirtschaftssystem in genau die Verscheißerung (Enshittification), die wir so hassen. Über die einzelnen handelnden Personen zu meckern verkennt den Wald vor lauter Bäumen.

          Als nächstes sprechen wir wieder darüber, wie Otto Normalverbraucher mit seinem CO2-Fußabdruck am Klimawandel Schuld ist.

          • gandalf_der_13te@feddit.org
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            5 days ago

            naja, meine meinung ist dass die politik schon oft die sichtweisen der allgemeinheit abbildet. das streben nach “optimierung”, wie es heute in der wirtschaft veranlagt ist, kommt einfach aus einem allgemeinen streben der menschen nach verbesserung. wenn du von A nach B kommen möchtest, dann würdest du ja auch den kürzesten weg suchen und nicht der, der dich zwischendurch durch timbuktu laufen lässt. genau das gleiche passiert mit der wirtschaft auch. ein unternehmen entlässt 20% der mitarbeiter weil es der meinung ist, das wären nur unnötige mehrausgaben.

            ich denke, dass wir uns langfristig zu tode optimieren werden. denn streng genommen ist nicht einmal unsere eigene existenz tatsächlich notwendig, oder? müssen wir denn wirklich am leben sein? oder erzeugt das nur unnötige mehrkosten? (haha). genauso denkt die wirtschaft.

            ich denke einfach, wer immer nur den kürzesten weg sucht, optimiert sich irgendwann selber aus der welt hinaus. denn der kürzeste weg im leben ist der tod; das leben ist dagegen ein umweg zum tod.

            wir müssen einfach von diesem gerichteten streben nach optimierung weg kommen, wenn wir uns nicht selbst aus der welt hinauskürzen wollen.

          • Zwuzelmaus@feddit.org
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            5 days ago

            Wir sollten die Schuld an einem systematischen Versagen nicht bei Individuen suchen, sondern im System.

            Und wie änderst du “ein System”? Indem du an eine Klowand schreibst, was irgendwelchen unbekannten gefälligst nicht machen sollten?

            Du hast keine anderen, die du verändern kannst. Du kannst nur bei dir selbst anfangen.

        • JensSpahnpasta@feddit.org
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          5 days ago

          Am Ende ist es im Endeffekt auch egal, ob du deine 1,30€ zu Bäcker 1, der Teiglinge aus der Großbäckerei aufbackt oder zu Bäcker 2, der die gleichen oder leicht andere Teiglinge aufbackt, trägst.

        • Micromot@piefed.social
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          5 days ago

          Das ist doch genau das was die Großkapitalisten einem seit Jahren einreden, während auf der Seite der Industrie nichts getan wird um eine bessere Welt zu ermöglichen.

          Wenn das Geld vom Job nicht reicht muss man eben abwägen ob man für einmal Brötchen vom Bäcker die Brötchen von drei bis vier weiteren Tagen aufgeben möchte.