Das eigentliche Problem liegt tiefer. Gerlach ist direkt: Überrascht werden konnte von der demografischen Entwicklung eigentlich niemand. Das erste Gutachten, das die heutige Lage vorausgesagt hat, erschien 1984. “Der Zeithorizont einer jeweiligen Regierung ist vier Jahre. Böse Wahrheiten wird man in diesen vier Jahren nicht verkünden wollen.”
Dabei hat Deutschland bereits bewiesen, dass Familienpolitik wirkt. Nach der Einführung des Elterngeldes 2007 stieg die Geburtenrate von 1,35 auf 1,6 Kinder pro Frau – 110.000 Kinder mehr. Der Kita-Ausbau ab 2005 und das Elterngeld waren laut Wrohlich ein “sehr erfolgreicher Politikmix”. Seitdem habe es keinen großen Wurf mehr gegeben.



Ja aber daamaaaaaals haben die Leute doch auch ohne diesen ganzen Schnickschnack Kinder bekommen! Da hat man sich einfach ein bisschen zusammengerissen und es passend gemacht. (\s)
Ignorieren wir einfach die steigenden Lebenshaltungskosten, die komplexere Erziehungsarbeit und die unsichere Zukunft.
Du hast die gewechselten Wohn- und Anstellungsbedingungen vergessen. Familiengenerationen leben nicht mehr so eng beieinander („unter einem Dach“), dass man sich aushelfen kann.
Oh, entschuldige. Obwohl ich bei der Wohnsituation nicht sooo traurig bin, bei gewissen nahen Angehörigen wäre das durchaus eher mit mehr Belastung verbunden.
Ja. Ist immer ein individueller Würfelwurf.
Und es gab damals auch keine Fck Smartphones, die unsere Kinder zu Süchtigen gemacht haben. Das iPhone kam 2007 raus.
Woher kriegen Kinder diese Fck Smartphones denn?
Du hast vermutlich keine Kinder in der Grundschule daher möchte ich dir erzählen, wie das abläuft: Ein paar Kinder, deren Eltern (a) Technik geil finden (b) denken Handy gehört heute früh dazu © gedankenlos sind (d) sich weichjammern lassen haben, geben ihren Kindern in der dritten (!) oder vierten Klasse Smartphones. Da sind die dann 8-9 Jahre alt.
Das ruft natürlich Begeisterung bei den anderen Kindern hervor, weil die so coole Blinkesachen machen und zeigen können. Sind cool jetzte. Dann jammern weitere Kinder ihre Eltern weich. Und plötzlich gibt es Klassenwhatapps. Alle Kinder, die kein Smartphone haben können nicht mitreden und werden mehr und mehr ausgegrenzt. Zum Schluss macht da jeder mit. Unsere Tochter war die letzte und kurz vor Aussenseiterin. Das nennt sich Netzwerkeffekt. Btw. Smartphonebenutzung sind natürlich in der Grundschule verboten.
Wenn es Handyverbot unter 16 Jahren gibt, wirkt der umgekehrte Netzwerkeffekt. Ich fände das befreiend für alle Kinder.
Du meinst dieses heute schwer vorstellbare “Damals” als sich noch jemand um die Kinder kümmern konnte, weil ein einzelnes Durchschnittsgehalt eine Familie ernähren konnte, im Vergleich zu heute, wo es selbst mit zwei vollen Gehältern schwer wird, wenn die Kinderbetreuung auch noch kostet? 😆