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  • Dabei waren 13 der damals 19 Natomitglieder. Heute in der EU sind diese Teilnehmer: Bulgarien, Dänemark, Estland, Italien, Lettland, Litauen, Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn. Das sind 15 der heute 27 Mitglieder der EU, mehr als die Hälfte (55%). Ja die heutigen EU gremien gehen nicht nach Mehrheit der Regierungen, der Einfachheit halber nehme ich aber mal an dass hier die Mehrheit der Länder auch eine Mehrheit in den Gremien bedeutet.

    Die Mitglieder der Koalition der Willigen hätten also in dem Szenario eines Mehrheitsbeschlusses Deutschland oder Frankreich mit rein gezogen. Die EU Armee hätte also realistisch im Irak mitgekämpft weil es eine Mehrheit der Staaten wollte, zum Leidwesen u.a. der deutschen.


    Karte der Mitglieder der Koalition der Willigen: 1000037176


    Können muss so etwas eine EU Armee prinzipiell nicht. Hauptaufgabe ist eben Verteidigungsfähigkeit des EU Gebiets. Expeditionsfähigkeit ist ab Level über Falklandkrieg schlicht nicht unbedingt notwendig und damit optional.


  • Wenn man das priorisiert und sagt wir scheißen auf Umwelt und den Schutz unserer Bürger haben wir Uran, das anzureichern sollte technisch kein Problem sein, es gab über Jahrzehnte relevante Kernforschungsanalgen und entsprechende Industrie, da sind noch Kompetenzen da.

    Uboote baut Deutschland zwar keine atomgetriebenen, aber in konventionellen gehört Deutschland zur Weltspitze. Das ist auch eine Kraftakt das wissen entsprechend anders zu verwenden, aber nicht unmöglich.

    Unmöglich ist es nur eben diese Uboote sicher in die Weltmeere zu bringen. Das gibt die deutsche Geographie schlicht nicht her, hat sie auch nie (bis auf Kolonien, aber selbst wenn man diese irgendwie behalten und wie auch immer zu deutschland gemacht hätte, ob man seine Atom-Uboot-Flotte auf Deutsch Samoa auf der anderen Seite der Erde, oder Deutsch-Südwest mit quasi keiner Infrastruktur im Verhältnis zur Fläche stationierten will?). Hier kann man Milliarden und Billionen ausgeben, ohne entsprechende Gebietserwerbungen (nicht nur Nutzungsrechte!) für die Basis, Umland und Logistikwege von vermutlich Frankreich oder Belgien ist das nicht möglich.




  • Das ist aber ein ganz anderes Konzept, eher UN Armee, keine EU Armee.

    Außerdem braucht es dafür wieder ganz andere Fähigkeiten die eher denen der USA entspricht. Dafür müssen die Fähigkeiten weltweit projezierbar sein, zahlreiche Flugzeugträger und Schiffe um die zu schützen, unzählige Basen rund um die Welt, Tankflugzeuge, Transporter in dreistellige Anzahl. Dazu braucht man Billionen an Euros, deutsche Billionen. Das ist um ein vielfaches teurer wie die Fähigkeiten die eine EU Armee braucht.

    Eine EU Armee muss nur Europa sowie die Außengebiete sichern können. Dafür braucht man vor allem Land und Luftstreitkräfte, Marine und weltweite Logistik aber eben nur in begrenztem Maße. Man muss so etwas wie den Falklandkrieg gewinnen können müssen, kein Afghanistan, kein zweiten Golfkrieg, kein Koreakrieg.



  • EU-Armee heißt bei konsequenter Durchsetzung dass es eine einheitliche Sicherheitspolitik geben muss. Zahlreiche europäische Armeen waren z.B. im Irak. Hier europäisch zu denken heißt im Zweifel von anderen auch in solchen Fragen überstimmen zu lassen und dass Särge mit deutschen Flaggen zurückkommen.

    In Deutschland kann man sich das politisch und gesellschaftlich leisten, ob im Bundestag jetzt alle Abgeordneten aus Sachsen geschlossen gegen den Einsatz der Bundeswehr stimmen, aber trotzdem überstimmt werden sorgt für sicher für Turbulenzen, stellt aber die Bundeswehr nicht generell in Frage gestellt und die Rückkehr der eigenständig der Sächsischen Armee in den Raum. Solange es hier kein gesellschaftlichen Konsens gibt dass das akzeptabel ist, halte ich eine europäische Armee für nicht realistisch.


    Ich möchte hier betonen dass ich kein Feind eines geeigneten Europas bin, aber solche Aspekte zu ignorieren ist doch mehr idealistisch als zielführend und bringt am Ende die vison Europas selbst in Gefahr.




  • Außerdem hast du auf der Autobahn wo man nunmal am schnellsten fährt ein anderes fahrverhalten als auf der langsameren Landstraße. Größtenteils gerade aus, wenig beschleunigen und bremsen, anhalten und neu hochbeschleunigen quasi nur im Stau. Bei der Landstraße hat man dagegen viele kurven, regelmäßig Ampeln bei denen man dann von 100 auf 0 auf 100 beschleunigt und weitere Gründe warum man relativ zur Autobahn bei selber Geschwindigkeit mehr verbraucht.

    Ich selbst habe ein relativ ähnlichen Verbrauch zwischen Autobahn und Landstraße, fahre aber auch möglichst spritsparend mit Tempomat, ausrollen lassen, möglichst hohem Gang. Raus kommt aber trotzdem eine signifikant langsamere Geschwindigkeit für den Verbrauch, schlicht durch die Art der Straße.

    Wenn jetzt Diesel Dieter sein 6. Gang nur auf der Autobahn rein macht, auf der Landstraße viel “sportlich” fährt glaube ich ihm sogar wenn er meint, er braucht auf der Autobahn weniger. Dass dann der Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit und Verbrauch nicht offensichtlich ist ist da zumindest naheliegend.


  • So zynisch es klingt, Exporte sind oft schlicht notwendig um Skaleneffekte zu erreichen und man sich modernste Technik überhaupt leisten zu können. Die USA habe nicht nur so ein Leistungsfähiges militär weil sie dafür ausgeben, sondern auch weil andere so viel dafür ausgeben. Wie viele Staaten habe F35 gekauft? Der Abrams wird nicht nur von den USA genutzt. Im Zweifel hat man dann die Möglichkeit die Produktionskapazität der anderen in Lizenz fertigenden Hersteller zu nutzen.

    Konkretes Rheinmetall Beispiel für Skaleneffekte: die RH120 steckt in gefühlt jedem Panzer der westlichen Welt (USA, Deutschland, Italien, Japan, Schweden, Südkorea, mit dem Challanger 3 auch bald in Großbritannien. Und das waren nur Länder die eigene Panzer bauen. Der Leo2 wurde in noch deutlich mehr Länder exportiert.)

    Und kleine Funfact: im Falklandkrieg hatten die Briten (berichtigt) riesen Schiss vor den Exocet Antischiffsraketen der Argentinier. Verkauft hatten die ihnen die Franzosen kurz davor.