

Ich bin in Bayern am.Dorf in den 80ern und 90ern aufgewachsen.
Selbst da gab es das nicht, da wäre sonstwas los gewesen.


Ich bin in Bayern am.Dorf in den 80ern und 90ern aufgewachsen.
Selbst da gab es das nicht, da wäre sonstwas los gewesen.


Nein, absolut null Chance. Dann steigen die Leute halt durch den Wald in Routen ein, oder gehen einen anderen Zustieg. Das macht es vermutlich eher schlimmer. Und es gibt tausende Routeneinstiege.
Und wäre ich persönlich auch massiv dagegen: Berg heißt auch: Selbstverantwortung und Freiheit. Auch wenn der “Druck” am Berg zunimmt: Die absolute Mehrheit der Bergsteiger hat keine Probleme, verursacht wenig bis keinen Ärger. Man sieht halt aber die Fälle die negativ auffallen/erinnert sich mehr an die.
DAV ist ein wenig schwierig geworden,weil einerseits die Strukturen stark der Kommerzialisierung unterzogen wurden, der Fokus mehr zum (einträglicheren) Sportklettern und Bouldern ging. Ebenso ist man durch viele Skandale (aktuell: Skibergsteigen) geprägt. Und parallel lässt halt die Bereitschaft der Leute sich umfangreich ehrenamtlich zu engagieren nach - was, was man so hört, zu einem gewissen, deutlich merklichen, Fähigkeitslevel Verlust führte. Einerseits darin,dass die Anzahl an Trainern zurück ging, andererseits,dass Trainer auch in höheren Stufen unterwegs sind bei denen sie früher durchgefallen wären/gar nicht erst zugelassen worden wären. (Gab wohl Leute die auf C Trainer Lehrgängen aufgeschlagen sind und in ihrem Leben das zweite Mal in den Alpen waren)
Gleichzeitig übernehmen die Sportkletterer/Alpinsportler halt immer mehr die Oberhand in vielen Sektionen& dadurch verschiebt sich natürlich auch viel. Und ehrlicher Weise: Gerade Hallenkletterer und Boulderer sind oft Publikum für die oben genannten Verhaltensweisen. Denn viele die eine 6-8er Route blind in der Halle klettern und sicher im Fels bouldern sind halt im Hochalpinen Gelände trotzdem maßlos überfordert.
Zum Einsatz möchte ich mich nicht weiter äußern, da geht’s dann zu sehr ins Detail& das muss hier nicht sein&ist auch nicht mein Fachgebiet. Ich weiß sicher, dass es eine exzellente Nachbearbeitung gab und das der Einsatz auch i. Bad Tölz im Ausbildungszentrum (btw: https://bw-zsa.org/ - das Ding ist wirklich weltweit einmalig) bei Lehrgängen thematisiert wird. Weil: Das war halt wirklich selten&das man Bilder davon hat ist noch seltener.


Nein/Jein. Das ist leider schon ewig so. Und die waren noch vergleichsweise gut ausgerüstet, nur “under prepared”.
Man muss da auch ein wenig unterscheiden: Das da war einfach massive Scheisse,da hilft dir keinerlei Ausrüstung. Da gibt es nur eine Möglichkeit das zu verhindern: Du kommst gar nicht erst in die Situation.
Das ist aber gar nicht so einfach: Bergwetter ist extrem flexibel und v.a. extrem schnell. Und leider sind die Modelle der Apps (gibt es aktuell nen Test in der SZ zu) sehr unterschiedlich genau. Ich hab schon Zellen erlebt,die aur knapp einem qkm die Hölle entfesselt haben, aber außenrum war Sonnenschein und 30°. Einen gewissen Pech Faktor hast du da immer. Gehst du aber nur an Tagen an denen 0% Risiko für schlechtes Wetter herrscht gehst du nie in die Berge…weil…nunja, irgendwas ist immer.
Das kombiniert sich aber mit zweiten Faktor: Selbstüberschätzung. Und das ist gar nicht böse gemeint: Wenn du eine Route nicht kennst passiert das absolut jedem Mal. Es werfe der/diejenige den ersten Stein, dem es nie passiert hat,dass aus der kurzen “Joa kurze Tour, wir sind um 15:00 Uhr wieder am Auto” ein “boah, noch ne Stunde länger und es wäre langsam dämmerig geworden” wurde. Routen sehen einfach anders aus und man selber ist auch nicht immer gleich schnell. (Literally. Hab für ne Route auf die ich sonst 2h brauche auch schon 4h gebraucht weil doofer Misttag)
Da aber zu wissen “joa fuck,ich dreh um” ist verdammt schwierig - Alpinisten leiden da genauso wie Piloten gerne an der “Getthereritis” und gerade Ziele wie die Zugspitze (wo du “oben” ja wieder mit der Bahn runter kommst) sind da prädestiniert.
Von daher: Diese Fälle sind sehr schwer zu verhindern. Da hilft nur sehr viel Aufklärung und Ausbildungsmöglichkeiten - was leider zuletzt seit Covid massiv ein Problem ist. Es sind massiv mehr Leute unterwegs,gleichzeitig gibt es weniger Ausbildungsmöglichkeiten und viele alte Bergführer haben aufgehört, ebenso ist der DAV immer schwieriger. (Daher ist z.B. eine Bergführerpflicht unmöglich)
Und was Ausrüstung angeht, wie gesagt: Da sind die noch “okay” gewesen. Ich bin formell zum HEMS-TC&winch Operator qualifiziert (der Typ der Notfallsanitäter ist/die Winde bedient/dem Piloten assistiert.)(bin aber nicht viel geflogen,btw.). Im Rahmen meiner Ausbildung habe ich u.a. mal ne Familie aus einer Route geholt die selbst mit Klettersteigset als anspruchsvoll gilt. …in T-Shirt, Chucks und kurzer Hose. Anfang Mai.
In Folge 2 (meine ich)der ersten Staffel sieht man ein nettes Beispiel für “schlechtes Equipment” (wobei der Typ imho nen manischen Schub hatte).
Von daher…schwierig.
An dem Einsatzgeschehen tue ich mich ehrlich gesagt in vielerlei Hinsicht schwer es zu bewerten - es gibt Punkte die auch im Bergrettungs-Milieu kritisiert werden (u.a. die Entscheidung die zweite Crew noch abzusetzen), aber umgekehrt ist es auch eine dermaßen scheiss Lage…das ich es auch verstehen kann. Ich hab als Einsatzleiter (nix mit Bergrettung) auch schon im Rückblick doofe Entscheidungen getroffen. Passiert.


Jo,krasser Scheiss.
Ich bin selber so halb in den Bergen aufgewachsen, hab beruflich immer wieder mit Bergrettung zu tun und aus purer Dummheit auch mal (viel viel viel schwächere) Bergunwetter erlebt.
Und ganz ehrlich? Ich hab da beim Schauen einen brutalen “Fluchtreflex” gekriegt. Sympathikus in vollem Umfang am arbeiten.
Das ist eine Situation gewesen bei der, wenn sie in einem Planspiel oder einer Übung vorgeschlagen worden wären, alle abwinken mit “übertreib mal nicht”.
Holy fucking shit.
Übrigens ist es aktuell,was man von Kollegen hört, auch wieder schlimm dieser Tage. Die Bergwacht Grainau warnt vor vielen Routen und ist massiv ausgelastet…und die Leute ignorieren es.


Ist tatsächlich ne viel bessere Idee das hier zu tun.
Das mit den Pestinseln hat sich schon im Mittelalter nicht bewährt.


War ein Jokus,I know,aber als random: Das ist tatsächlich genau andersherum. Über den Mechanismus “muss mehr leisten können” (Upper) und “muss schneller wieder zur Arbeit”/“kann mir keine Fehltags leisten”(Analgetika) sowie “muss mal runter kommen” (Downer) führt das alles zu mehr Drogenkonsum was der peinliche Onkel aus dem Sauerland da will


Aus Sicht des Rettungsdienstes aber auch als jemand der viel Gewerbebau als Projektleiter betreut hat. Gefühlt 30-50% der Arbeitsunfälle die ich im Baubereich erlebe sind durch dermaßen grobes Missachten von essentiellen Sichetheitsrichtlinien entstanden,dass es einfach nur noch wild ist. Das hat nix mehr mit besonderen Gefahren des Bauumfelds (das haben andere Branchen ja durchaus auch), sondern ganz massiv mit Kulturproblemen in der Bauwirtschaft zu tun. Und die ist leider imho ein massives Problem.


Wundert mich eher, dass nur so wenige sind.
Aus der Unfallforschung und von den Bergrettungsorganisationen wird eher ein anderer Faktor als Zeitstress, der aber eng damit zusammen hängt, benannt: “Getthereitis” - analog zur Luftfahrt, die dieses Problem ja sehr gut kennt. Der Drang “zum Ziel zu kommen”. Und dabei die Möglichkeit zum Abbruch übersieht oder viel zu spät in Erwägung zieht. Das kann aufgrund von Zeitstress entstehen,aber nicht nur. Denn auch ohne den ist es ein massives Problem. Viele Personen die Hilfe am Berg benötigten hatten objektiv keinen und geben auch nicht an dieses subjektiv verspührt zu haben. Aber trotzdem sind sie nicht auf die Idee gekommen abzubrechen als es noch möglich war. Wobei es bei dieser Gruppe keine so eindeutigen Ursachen zu geben scheint. Von “unbewusster Leistungsdruck durch Social Media” bis hin zu “Fehlern in der Sicherheitskultur” sind die Erklärungsmodelle vielfältig.
Am Ende ist es so oder so tragisch.