

Die Welt wird besser verständlich, wenn man sich von der Idee löst, die parlamentarische Demokratie im kapitalistischen System agiere in oder gar existiere überhaupt im Interesse des einfachen Mannes, dem geknechteten Arbeiter; sondern nichts weiter als ein Herrschaftsinstrument über ihn ist, welches ihm das Gefühl vermittelt in irgendeiner maßgebenden Art und Weise irgendetwas zu melden hätte, dadurch, dass er alle paar Jahre seine Stimme weggibt — und den Rest der Zeit stumm zu sein hat und gefälligst für seine Ausbeuter durch Einsatz seiner Lebenszeit und -kraft weiter Mehrwert zu generieren hat.
Darum geht‘s, um nichts sonst. Der Grund, warum dieser Staat (und andere kapitalistische Staaten) dem gemeinen Volk überhaupt ein paar soziale Annehmlichkeiten eingeräumt hat, lag im der Systemkonkurrenz zur Sovietunion und mit Blut erkämpften Zugeständnissen, wie zB dem 8-Stunden-Tag. Seit es kein systemisches Gegengewicht mehr gibt, herrscht der Kapitalismus als einziges, hegemonielles System. Und dieser kann sich nun seit ein paar Jahrzehnten frei entfalte. Und das tut er auch, unnachgiebig.

Wenn der Arbeiter keine Rechte oder Macht mehr hat, dann ist‘s auch egal, ob einige oder viele in den Minen krepieren. Das juckt das Kapital herzlich wenig. Die sind eher so: Wenn wir keine schicken Autos mehr bauen können, weil deren Technologie im letzten Jahrtausend hängengeblieben ist, dann bauen wir eben Panzer und schicken das entrechtete und machtlose Gesindel unter Vortäuschung irgendwelcher Nationalstaatsfantasien in den nächsten großen Krieg und holen uns dadurch dort dann, was wir kriegen können.
Was juckt denn die ausbeutende Klasse, wie es irgendwelchen Gesindelgeborenen geht?