Reisende hoffen auf fahrende Züge an Ostern - da Bahn und GDL wieder verhandeln, soll zumindest erstmal nicht gestreikt werden. Die FDP greift Forderungen nach einem schärferen Streikrecht auf. Der DGB spricht von einer “Kampfansage”.
In Deutschland wird generell viel zu wenig gestreikt. Wie man in den Medien und der Politik mit der GDL und Weselsky umgeht ist so etwas von unwürdig. Jegliche Verschärfung am Streikrecht ist Verrat an allein Arbeitnehmern und wäre für mich wirklich mit die schlimmste Gesetzgebung dieser Legislatur (harte Konkurrenz von der Bezahlkarte). Keine der Parteien wäre mehr wählbar und es würde mich wohl an den Rand der depolitisierung treiben.
Einige Parteien bleiben schon dadurch wählbar, dass wir eine Regierungsbeteiligung von Faschisten verhindern müssen. “By any means necessary” heißt auch, Parteien wählen die man ansonsten scheiße findet.
Den räuberischen Kreuzzug gegen die Nichtalten hast du wohl schon vergessen?
Meinst du Rentenbeitrag auf über 20% rauf ohne Anheben der Beitragsbemessungsgrenze?
Und wenn mal verboten ist, wirds auch garantiert niemand mehr machen!
Schiebt historische Daten ausser Sichtweite
Ein Generalstreik ist nur verboten, wenn nicht alle mitmachen.
verpflichtende Schlichtungen, klare Streikfristen und die Möglichkeit, Verhandlungsführer auszutauschen, zählte Djir-Sarai auf. “Auch müssen wir über eine generelle Einschränkung des Streikrechts in sensiblen Bereichen sprechen.”
Könnte kotzen. Streiken nur noch, wenn’s keinen stört.
Siemens Energy Wirtschaftsweise Veronika Grimm natürlich derselben Meinung:
Aber wenn die Streiks zunehmend die Wettbewerbsfähigkeit belasten, kann es natürlich sein, dass der Gesetzgeber eingreift und das Regelwerk anpasst.
Wenn mir der freie Markt nützt ist er frei, wenn nicht, dann muss man natürlich eingreifen und nach Subventionen oder dem Gesetzgeber rufen. Die Dualität der freien Marktwirtschaft.
Was sind eigentlich verpflichtende Schlichtungen? Ein Gericht beschließt einen gerechten Tarifvertrag oder was?
So weit ich weiß heißt das, dass sich beide Seiten für eine bestimmte Zeit mit einem neutralen Vermittler zusammensetzen müssen, und das währenddessen nicht gestreikt werden darf. Genauer habe ich es aber auch nicht verstanden.
Daß das mit dem vermitteln nicht funktionieren muss hat Weselsky kürzlich in einer Mitteilung —Interview— dargelegt.
Der “neutrale Vermittler” war dann in der Vergangenheit häufig irgendein Ergrauter aus der CDU. Wie neutral die bei einer Vermittlung zwischen AG und AN sind, kann sich jeder selber denken.
Die Konsequenz ist dann recht einfach. Wenn Arbeitnehmer ihre Interessen nicht in Streiks durchsetzen dürfen, dann gehen sie. Wäre mal interessant zu sehen, wie lange es zur Umsetzung aller Forderungen dauert, wenn der Großteil der in der GDL organisierten Lokführer geschlossen kündigt.
Oder will dann die Freiheitspartei FDP auch das Kündigungsrecht einschränken?
Ich schrub es schon in anderen Threads: Zwangsarbeit steht wieder zur Diskussion.
Wird übrigens auch erstaunlich leichtfertig von Leuten gefordert, denen ihr Arbeitsweg wichtiger ist als die Arbeitsbedingungen derjenigen, die diesen Arbeitsweg ermöglichen - nur will diesen Arbeitszwang dann komischerweise niemand für sich selber.
Kapitalismus schleift Menschenrechte, und alle machen mit. Fotzenfritz und die anderen Brandstifter freuen sich über solche Antisolidarität.
Ich schrub es schon in anderen Threads: Zwangsarbeit steht wieder zur Diskussion.
Nach dem “Gute-KiTa-Gesetz” dann das “Gute-Zwangsarbeit-Gesetz”. Ist gut, sieht man schon am Namen.
Früher haben Leute den Streikenden einen Kaffee spendiert, heute wird nur geschimpft. Das Wissen, dass jeder Streik die Arbeitnehmerschaft als Ganzes stärkt ist völlig verloren gegangen, weil sie alles tun um aus Arbeitnehmern Einzelkämpfer zu machen. Erst die völlig bescheuerte Trennung zwischen Angestellten und Arbeitern, dabei sind beides abhängig Beschäftigte, dann der Kampf gegen die Gewerkschaften und das Streikrecht.
Wenn die Lokführer bessere Arbeitsbedingungen und besseren Lohn erhalten, hilft das auch anderen Beschäftigten auf solchen Forderungen zu bestehen und genau deshalb will es die FDP verhindern. Freier Markt ist nur wenn es ihnen nutzt, ansonsten nicht.
Übrigens haben inzwischen sogar die meisten Gewerkschaften ihren Biss verloren und nicken nur ab was von oben kommt. Ich bin vor 40 Jahren in die Gewerkschaft eingetreten, da ging es noch anders zu. Heute argumentieren sogar Gewerkschaftsfunktionäre bei uns hier in der Stadtverwaltung mit “Aber die Kasse ist doch leer, wie soll das bezahlt werden” und “Wir müssen uns halt gütlich einigen in dem Rahmen der geht” (Originalzitate), macht einen wütend.
Ich hoffe sehr, dass die Gewerkschaften dort wirklich keinen cm nachgeben. Von mir aus können sie auch das ganze Land lahmlegen. Ich finde es unerträglich, dass man den Unmut der Bevölkerung politisch ausnutzen möchte, um unsere Grundrechte einzuschränken. Nur damit FDP und CDU sich das im Wahlkampf auf die Fahne schreiben können und ihrer Wirtschaftslobby in den Arsch kriechen können.
Aber die unsichtbare Hand der Magd könnte sich doch darum kümmern? Genügend Lohn und bessere Arbeitsbedingungen und schon sind genügend Lokführer da und keiner streikt mehr.
Das ist ja gerade der Clou bei den Streiks der GdL: Die wollen den Beruf wieder so attraktiv machen, dass sich genug Nachwuchs findet, um den Fahrplan wenigstens einigermaßen einhalten zu können.
Dass der Vorstand der deutschen Bahn, viele Politiker und ein Teil der aufgehetzten Bevölkerung diese sehr gute Idee so scharf bekämpfen, spricht Bände über die Kurzsichtigkeit und Idiotie dieser Kompetenzverweigerer.
Na Hauptsache, Lindner bekommt endlich seinen Lobbyposten in der Autoindustrie. Kann ja nicht mehr lange dauern.
aufgehetzten Bevölkerung
Weil die Leute einfach in Ruhe zur Arbeit möchten. Streiks gehen nicht nur den Politikern auf die Nerven sondern aich der Bevölkerung die (teils) nichts dafür können.
Was ist die alternative? Nur so streiken dass es keiner merkt?
Ne ne, streiken ist schon wichtig und richtig.
Darf mir aber trotzdem auf die Nerven gehen.
Schönes Beispiel für die Kompetenzverweigerung, die ich meine. Danke dafür.
Ich wähle schon nicht diese Parteien, was soll ich sonst machen als jemand der weder bei der GDL noch ver.di dabei ist?
Solidarität gegenüber streikenden zeigen? Die Tatsache, dass das für dich unbequem ist sollte kein Grund sein deren Arbeitskampf zu verurteilen
Verständnis bezahlt deren Löhne nicht. Das ist wie Künstler mit “Exposure” zu bezahlen.
Nicht Parteien zu wählen die Streik verurteilen, macht wenigstens einen Unterschied.
Wie gesagt: Deren Streik ist richtig und wichtig aber ds sorgt leider auch dafür, dass ich nicht am Abend von der Arbeit nach Hause komme…Du hast gefragt “was du sonst noch machen sollst”, nicht was die Probleme der Lokführer beenden würde. Wenn Leute aufhören könnten auf die GDL einzuprügeln, weil sie ihre Bürgerrechte nutzen, wäre schon einiges gewonnen.
Iergendwie bleibt nur die SPD stabil. Sie sollten sich auf die Basis aller Arbeitnehmer besinnen.
Du meinst die “Umfallpartei”? Die uns mit Hilfe der Grünen Hartz 4, Vorratsdatenspeicherung und Afghanistan eingebrockt haben?
Die SPD, gerade die Bundestagsfraktion besteht zu einem relevanten Teil aus ehemaligen Gewerkschaftern. Dass diese bei “ihrem” Thema umfallen halte ich für unwahrscheinlich.
Die SPD hat vor ca. 10 Jahren als Reaktion auf Lokführerstreiks das Tarifeinheitsgesetz geschaffen, damit kleine “Spartengewerkschaften das Land nicht lahmlegend können”. Gebracht hat es wenig außer zu zeigen, dass die SPD auf ihre eigenen Mitglieder, von denen viele in Gewerkschaften organisiert sind, scheißt.
Das einzige an dem die Scheißer der FDP so richtig rütteln ist der Ohrfeigenbaum…
An der 5% Hürde rütteln sie auch ganz ordentlich. Oder die 5% Hürde rüttelt an der FDP. Je nachdem wie man es sehen will.








